Vor ein paar Tagen auf der Heimfahrt von der Arbeit bin ich auf einer weiteren langweiligen Zugfahrt auf ein Plakat aufmerksam geworden, das mich die nächsten Tage noch beschäftigen sollte. Es gibt hier um die Aktion helft-maxi.de. Maxi ist sieben Monate alt und hat Leukämie. In Gedanken schwelgend hab ich mir dann vorgestellt, wie hart das für die Eltern sein muss und wenn wir mit meiner kleinen 14 Monate alten Tochter in einer solchen Situation wären. Das wäre der Horror und alleine beim Nachdenken darüber hat sich mir der Magen zusammengezogen. Denken alleine hilft aber nicht viel, also habe ich mich mal über das Thema Knochenmarkspende informiert.
Auf den Bildern seht ihr die Packung, in der die Wattestäbchen versendet werden, das auszufüllende Formular und natürlich mein einwandfreies genetisches Material…
In Deutschland sind bisher erst knapp über drei Millionen Menschen registriert und das sind eindeutig zu wenig. Erschreckend ist auch, dass jeden Tag nur etwa 10 neue Spender dazu kommen. Das ist ebenfalls viel zu wenig. Und am überraschendsten fand ich, dass das registrieren in der Spenderdatei und die eventuelle Spende eigentlich extrem einfach sind und keine Operation dafür notwendig ist. Strenggenommen handelt es sich hierbei auch gar nicht um eine Spende, denn man gibt nichts weg. Es ist eher ein Teilen.
Zunächst muss man sich für die Knochenmarkspende registrieren, um als potentieller Spender ausgewählt werden zu können. Dazu muss man eine Einverständniserklärung abgeben und ein bisschen genetisches Material für die Typisierung zur Verfügung stellen. Um das alles zu bekommen, kann man sich einfach online bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) anmelden (30 Sekunden) und bekommt wenige Tage später einen Brief mit Infomaterial, Einverständniserklärung und einem etwas längeren Wattestäbchen, um ein paar Gene abzugeben, zugeschickt. Ach ja, ein Rückumschlag ist auch dabei. Das Ausfüllen der Erklärung dauert keine 5 Minuten und damit sind die Formalien schon erledigt. Dann kurz den Mund ausspülen, das Wattestäben raus nehmen, 30 Sekunden lang die Wangeninnenseite abstreifen, 2 Minuten trocknen lassen und das Wattestäbchen in die vorgesehene Hülle stecken. Das war es auch schon. Nun muss man das Ganze nur noch zur Post bringen.
–> Hier online registrieren <–
Dann muss man erstmal nichts mehr tun, außer man hat das Bedürfnis die Arbeit der DKMS mit einer kleinen Geldspende zu unterstützen, aber dank Online-Banking geht das höchstens zwei Minuten. Das sind jetzt insgesamt weniger als 10 Minuten und vielleicht können wir damit jemandem helfen. Ach so, die Spende könnt ihr natürlich auch dem Finanzamt melden und bei Eurer Steuererklärung angeben.
Viele scheuen diesen Schritt, weil sie Angst vor der Knochenmarkspende haben, weil sie denken, dass hier Knochenmark entnommen werden muss. Doch es geht auch einfacher: Peripheren Blutstammzellspende. Dabei bekommt der Spender ein paar Tage lang ein spezielles Hormon gespritzt, welches seine Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut lösen. Hier können diese dann problemlos herausgefiltert werden. Und das wars auch schon. Im schlimmsten Fall leidet der Spender unter leichten Grippesymptomen, die bestimmt auszuhalten sind.
Alle Ausgaben, die bei der Stammzellenspende anfallen, bekommt der Spender natürlich erstattet, so dass hier auch keine Aufwände entstehen. Selbst der Verdienstausfall bei Arbeitnehmern wird von der Knochenmarkspenderdatei übernommen. Während der Spende erfährt der Spender nicht die Identität des Empfängers und der Empfänger nicht die Identität des Spenders. Doch kann der Spender über die Knochenmarkspenderdatei ein paar Wochen später erfahren, wie es dem Patienten geht und nach einem gewissen Zeitraum ist – sofern alle Einverstanden sind – ein Kennenlernen möglich.
Über 20.000 Menschen konnte so schon geholfen werden und das ist genial. So, nun hoffe ich, dass auch einige von Euch ihr einwandfreies genetisches Material zur Verfügung stellen und dem einen oder anderen damit helfen können.
Wer das Ganze nicht über das Internet abwickeln möchte und wie ich in der Nähe von Freiburg wohnt, kann sich auch einfach in der Freiburger Universitätsklinik registrieren lassen. Hier findet ihr weitere Informationen hierzu: Uniklinik Freiburg Knochenmarkspende
Wie schon gesagt, alles ganz einfach…
Grüße Thorsten
PS: Falls ihr jemanden kennt, den das hier auch interessieren könnte, dann leitet diesen Link einfach weiter oder veröffentlich ihn auf Twitter, Facebook, etc.
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