Buchtipp: Seitz – Afrika wird armregiert

24808-2B_118440P_seitz.indd Afrika ist ein Kontinent mit vielen Problemen. Dafür gibt es sehr viele Ursachen, die auch eine schnelle Besserung der allgemeinen Situation in diesem Erdteil verhindern. In Europa sehen wir meist die Probleme bei den Afrikanern, doch auch wir haben unseren Anteil daran, denn unsere Entwicklungshilfen zementieren die bestehenden Systeme, die Afrika einer dunklen Zukunft entgegen gehen lassen. Der Autor Volker Seitz zeigt in seinem Buch „Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“ wo die Probleme des Kontinents liegen und versucht zu zeigen, wo wir Europäer helfen können.

Zunächst beleuchtet Volker Seitz die uns Europäern oftmals unbekannten politischen Systeme, Gesellschaften und Zusammenhänge des Schwarzen Kontinents. Hier liegt auch die Ursache vieler Probleme, mit denen die Menschen zu kämpfen haben. Die Problemlagen sind sehr vielfältig und werden von den afrikanischen Staatschefs gerne auf den europäischen Kolonialismus zurückgeführt. Seitz zeigt auf, dass dies nicht in jedem Fall eine ausreichende Erklärung ist und viele gravierende Probleme neueren Datums sind. Er stellt auch den Reichtum dar, den der Kontinent zu bieten hat, der in vielen Fällen jedoch nicht oder nur mangelhaft genutzt wird. Die Ursachen darin sieht er in den politischen Eliten der verschiedenen afrikanischen Länder, die von diesem System profitieren und daher keinen Anreiz haben die Situation zu ändern. Ein wesentlicher Bestandteil der zur Festigung dieser Systeme beiträgt, sind die Gelder der Entwicklungshilfen, die von korrupten Eliten bequem abgeschöpft werden.

Zu den weiteren institutionellen Profiteuren der Entwicklungshilfe gehören auch die Hilfsorganisationen, die sich der Kritik des Autors ebenfalls nicht entziehen können. Hilfsorganisationen haben – soweit die Behauptung – kein Interesse an einer Verbesserung der Situation in Afrika, weil gerade die erbärmlichen Verhältnisse die Grundlage ihrer Arbeit bilden. So werden heute große Summen für Projektmanagement, Organisation, etc. ausgegeben, ohne in vielen Fällen grundlegend voranzukommen. Neben den Hilfsorganisationen wird aber auch das Verhalten der Bevölkerungen der Industrienationen/Geberländer beanstandet, die auf der einen Seite die Entwicklungshilfe gut heißen, aber auf der anderen Seite sich nicht sonderlich für den Kontinent interessieren.

Neben der Kritik hat der Autor aber auch einige sehr interessante Verbesserungsvorschläge zu bieten, die die Entwicklungshilfe auf eine neue Grundlage stellen und die das Potential haben die bestehenden Systeme zu verändern. Grundlage hierbei ist die Reform der Entwicklungshilfe von Seiten der Geberländer sowie die Reform der Hilfsorganisationen. Besonders lohnenswert sieht der Autor die Vergabe der Entwicklungshilfe als sogenannte Mikrokredite, die die Menschen in den entsprechenden Ländern zielorientiert erreichen und den Status des Hilfeempfängers abschaffen. Damit werden die Menschen wieder zu Handelnden, denen die Verantwortung für ihr eigenes Schicksal in die Hände gelegt wird. Besonders hervorgehoben wird auch die besondere Förderung von Frauen, die dringend umgesetzt werden sollte. Letztendlich muss die Entwicklungshilfe auch eine gute Regierungsführung unterstützen, damit nur Systeme gefördert werden, die die „Entwicklung“ der eigenen Bevölkerung sinnvoll voranbringen. Zudem sollten diese Themen auch einen besonderen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen und nicht nur an Weihnachten für Diskussionen sorgen. Afrikanische Politik, die Kultur und das Leben auf diesem Kontinent haben viele interessante Facetten, die es sich zu entdecken lohnt.

Der Autor war in vielen diplomatischen Missionen auf dem Schwarzen Kontinent unterwegs und hat die Länder Afrikas intensiv kennenlernen dürfen. Das Hintergrundwissen, dass er hier erworben hat, ist die Grundlage für dieses Buch und bietet dem Leser einen tiefen Einblick in das Entwicklungshilfesystem. Das Buch ist grundsätzlich sehr gut geschrieben und lässt hinter die Kulissen blicken. Die Patentrezepte des Autors werden an vielen Stellen  - teilweise vielleicht zu häufig – dem Leser ins Gedächtnis gerufen, aber auf der anderen Seite zeigen sie auch, wie erst dieses Thema ist und wie viel Leidenschaft Seitz dieser Sache widmet.

Ich persönlich kann diesem Buch jedem empfehlen, der sich mit gesellschaftspolitischen Fragen und dem Kontinent Afrika auseinandersetzen möchte. Für Menschen, die mehr über die Entwicklungshilfe erfahren möchten, ist dieses Buch Pflichtlektüre!

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Woher kommt das „Schäferstündchen“?

Schäfer mit Herde Gerade habe ich einen Artikel gelesen, in dem detailliert beschrieben wird, wo der Begriff „Schäferstündchen“ seinen etymologischen Ursprung hat. Diese Geschichte fand ich so amüsant, dass ich diese hier kurz zusammenfassen möchte.

Zunächst gilt es aber zu klären, was unter diesem Begriff zu verstehen ist. Die Wikipedia, das allwissende Kollektivgedächtnis, beschreibt das Schäferstündchen als eine „intime erotische Begegnung“. Was darunter zu verstehen ist, kann sich jeder, der die Geschlechtsreife erreicht hat, denken.

Eine alte und stilistisch sehr schöne Definition des Schäferstündchens findet sich in einem etwas älteren deutschen Wörterbuch:

„Dieser sprichwörtliche Ausdruck schreibt sich von einem Mädchen her, das einen Edelmann, seinen erklärten Liebhaber, nicht erhören wollte, sich aber dem Schäfer desselben in einem jener Augenblicke hingab, in dem auch das züchtigste Mädchen seine Schwäche hat.“

Heute würde man sagen, dass das Mädchen wohl ein Luder war. Da gibt es auch nicht mehr viel zu erklären. Die Erkenntnis, dass Frauen in dieser Hinsicht nicht zu verstehen sind, sollte ja eigentlich niemanden überraschen. Die leichte Irritation, die man aus diesem Zitat heraus lesen kann, ist wohl eher einer vergangenen Beschämtheit im Umgang mit diesem Thema geschuldet. Diese haben wir zum Glück hinter uns gelassen.

Eine weitere These über den Ursprung des Schäferstündchens ist nicht weniger kurios. Im Zeitalter des Absolutismus in Frankreich wurde das Landleben als ein romantisches Idyll betrachtet und am Hofe ahmten die vornehmen Adligen gerne dieses Landleben nach. Man verkleidete sich als Schäfer und Schafe, rannte durch den Park des Schlosses und gab sich sehr frivolen Spielchen hin. Eine nähere Beschreibung lasse ich nun mal beiseite, aber ich denke, dass man mit etwas Phantasie erahnen kann, was hier geTRIEBEN wurde. Womit aber bewiesen wäre, dass in jeder Frau doch ein kleines Luder steckt und dass aus irgendeinem Grund dieses gerade bei Schäfern aus dem Unterbewusstsein emporsteigt. Wer nun noch nach einem passenden Fasnetkostüm sucht, sollte sich vielleicht hier inspirieren lassen.

;-)

Quelle: © cs-photo – Fotolia.com (Foto)
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Ich und die Knochenmarkspende

Vor ein paar Tagen auf der Heimfahrt von der Arbeit bin ich auf einer weiteren langweiligen Zugfahrt auf ein Plakat aufmerksam geworden, das mich die nächsten Tage noch beschäftigen sollte. Es gibt hier um die Aktion helft-maxi.de. Maxi ist sieben Monate alt und hat Leukämie. In Gedanken schwelgend hab ich mir dann vorgestellt, wie hart das für die Eltern sein muss und wenn wir mit meiner kleinen 14 Monate alten Tochter in einer solchen Situation wären. Das wäre der Horror und alleine beim Nachdenken darüber hat sich mir der Magen zusammengezogen. Denken alleine hilft aber nicht viel, also habe ich mich mal über das Thema Knochenmarkspende informiert.

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Auf den Bildern seht ihr die Packung, in der die Wattestäbchen versendet werden, das auszufüllende Formular und natürlich mein einwandfreies genetisches Material… ;-)

In Deutschland sind bisher erst knapp über drei Millionen Menschen registriert und das sind eindeutig zu wenig. Erschreckend ist auch, dass jeden Tag nur etwa 10 neue Spender dazu kommen. Das ist ebenfalls viel zu wenig. Und am überraschendsten fand ich, dass das registrieren in der Spenderdatei und die eventuelle Spende eigentlich extrem einfach sind und keine Operation dafür notwendig ist. Strenggenommen handelt es sich hierbei auch gar nicht um eine Spende, denn man gibt nichts weg. Es ist eher ein Teilen.

Zunächst muss man sich für die Knochenmarkspende registrieren, um als potentieller Spender ausgewählt werden zu können. Dazu muss man eine Einverständniserklärung abgeben und ein bisschen genetisches Material für die Typisierung zur Verfügung stellen. Um das alles zu bekommen, kann man sich einfach online bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) anmelden (30 Sekunden) und bekommt wenige Tage später einen Brief mit Infomaterial, Einverständniserklärung und einem etwas längeren Wattestäbchen, um ein paar Gene abzugeben, zugeschickt. Ach ja, ein Rückumschlag ist auch dabei. Das Ausfüllen der Erklärung dauert keine 5 Minuten und damit sind die Formalien schon erledigt. Dann kurz den Mund ausspülen, das Wattestäben raus nehmen, 30 Sekunden lang die Wangeninnenseite abstreifen, 2 Minuten trocknen lassen und das Wattestäbchen in die vorgesehene Hülle stecken. Das war es auch schon. Nun muss man das Ganze nur noch zur Post bringen.

–> Hier online registrieren <–

Dann muss man erstmal nichts mehr tun, außer man hat das Bedürfnis die Arbeit der DKMS mit einer kleinen Geldspende zu unterstützen, aber dank Online-Banking geht das höchstens zwei Minuten. Das sind jetzt insgesamt weniger als 10 Minuten und vielleicht können wir damit jemandem helfen. Ach so, die Spende könnt ihr natürlich auch dem Finanzamt melden und bei Eurer Steuererklärung angeben.

Viele scheuen diesen Schritt, weil sie Angst vor der Knochenmarkspende haben, weil sie denken, dass hier Knochenmark entnommen werden muss. Doch es geht auch einfacher: Peripheren Blutstammzellspende. Dabei bekommt der Spender ein paar Tage lang ein spezielles Hormon gespritzt, welches seine Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut lösen. Hier können diese dann problemlos herausgefiltert werden. Und das wars auch schon. Im schlimmsten Fall leidet der Spender unter leichten Grippesymptomen, die bestimmt auszuhalten sind. ;-)

Alle Ausgaben, die bei der Stammzellenspende anfallen, bekommt der Spender natürlich erstattet, so dass hier auch keine Aufwände entstehen. Selbst der Verdienstausfall bei Arbeitnehmern wird von der Knochenmarkspenderdatei übernommen. Während der Spende erfährt der Spender nicht die Identität des Empfängers und der Empfänger nicht die Identität des Spenders. Doch kann der Spender über die Knochenmarkspenderdatei ein paar Wochen später erfahren, wie es dem Patienten geht und nach einem gewissen Zeitraum ist – sofern alle Einverstanden sind – ein Kennenlernen möglich.

Über 20.000 Menschen konnte so schon geholfen werden und das ist genial. So, nun hoffe ich, dass auch einige von Euch ihr einwandfreies genetisches Material zur Verfügung stellen und dem einen oder anderen damit helfen können.

Wer das Ganze nicht über das Internet abwickeln möchte und wie ich in der Nähe von Freiburg wohnt, kann sich auch einfach in der Freiburger Universitätsklinik registrieren lassen. Hier findet ihr weitere Informationen hierzu: Uniklinik Freiburg Knochenmarkspende

Wie schon gesagt, alles ganz einfach… ;-)

Grüße Thorsten

PS: Falls ihr jemanden kennt, den das hier auch interessieren könnte, dann leitet diesen Link einfach weiter oder veröffentlich ihn auf Twitter, Facebook, etc.

Weitere Links zum Thema:

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